KCl-Aufbewahrungslösung: kaufen oder selbst ansetzen?
224 Gramm Kaliumchlorid auf einen Liter – mehr steckt nicht dahinter. Warum genau diese Lösung, wie Sie sie korrekt ansetzen und wann Fertigware die klügere Wahl ist.
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Dass eine pH-Elektrode feucht stehen muss, ist schnell gelernt – worin, entscheidet über ihre Lebensdauer. Die Antwort heißt Aufbewahrungslösung: 3-molare Kaliumchloridlösung, kurz 3 mol/l KCl. Sie hat dieselbe Ionenstärke wie der Bezugselektrolyt im Inneren der Elektrode – dadurch bleibt das Diaphragma durchlässig, die Quellschicht der Glasmembran intakt und nichts wird ausgelaugt.
Warum ausgerechnet 3 mol/l KCl?
Die Konzentration ist kein Zufall: Die meisten Bezugssysteme arbeiten mit 3-molarem KCl-Elektrolyt. Steht die Elektrode in derselben Lösung, herrscht am Diaphragma osmotisches Gleichgewicht – es diffundiert nichts heraus und nichts hinein. Destilliertes Wasser dagegen saugt regelrecht Ionen aus dem Bezugssystem und lässt die Quellschicht aufquellen; ionenarmes Leitungswasser ist nur wenig besser. Manche Hersteller setzen auf 3,5 mol/l oder gesättigte Lösung – ist eine Herstellerlösung angegeben, hat sie Vorrang. Für alles andere ist 3 mol/l der bewährte Standard, der auch bei kühler Lagerung nicht auskristallisiert.
Das Rezept: 3-molare KCl-Lösung selbst ansetzen
Für einen Liter Lösung brauchen Sie 224 Gramm Kaliumchlorid (genau: 223,7 g, Molmasse 74,55 g/mol × 3 mol). Wichtig ist die Qualität der Zutaten – und dass am Ende auf einen Liter aufgefüllt wird, nicht ein Liter Wasser vorgelegt.
Das brauchen Sie
- 224 g Kaliumchlorid, rein (Ph. Eur., „p.a.“ oder lebensmittelrein E508) – kein Speise- oder Jodsalz, das ist Natriumchlorid mit Zusätzen
- Destilliertes oder demineralisiertes Wasser
- Waage (auf ±1 g genau), Messbecher oder Messkolben 1 Liter
- Saubere, dicht schließende Flasche aus Kunststoff oder Glas
So gehen Sie vor
- Abwiegen: 224 g Kaliumchlorid abwiegen. Für kleinere Mengen entsprechend teilen: 56 g auf 250 ml, 112 g auf 500 ml.
- Lösen: Das Salz in etwa 800 ml destilliertem Wasser unter Rühren lösen. Die Lösung kühlt dabei spürbar ab – das ist normal, KCl löst sich endotherm. Geduld: vollständiges Lösen dauert einige Minuten.
- Auffüllen: Erst jetzt mit destilliertem Wasser auf genau 1000 ml auffüllen. So stimmt die Konzentration unabhängig davon, wie viel Volumen das Salz einnimmt.
- Abfüllen und beschriften: In die saubere Flasche umfüllen, dicht verschließen und mit Inhalt („KCl 3 mol/l“) und Ansatzdatum beschriften.
Kaufen oder selbst ansetzen?
Fertige Aufbewahrungslösung kostet wenige Euro, ist exakt eingestellt und teils mit einem Konservierungszusatz gegen Veralgung versehen – für den Hausgebrauch mit einer einzelnen Elektrode meist die bequemere Wahl. Das Selbstansetzen lohnt, wo regelmäßig größere Mengen gebraucht werden: an mehreren Messstellen, im Kurs- und Laborbetrieb oder wenn Nachschub schnell her muss und nur die Apotheke um die Ecke offen hat.
Haltbarkeit und Lagerung der Lösung
Dicht verschlossen, kühl und dunkel hält die Lösung viele Monate. Kristalle am Flaschenboden nach kalter Lagerung sind kein Verderb – kurz handwarm erwärmen und schütteln, dann lösen sie sich wieder. Trübung oder grünliche Schlieren bei Zimmertemperatur bedeuten dagegen Algen- oder Keimwachstum: Lösung verwerfen, Flasche heiß ausspülen, neu ansetzen. Die gebrauchte Lösung aus der Schutzkappe gehört ohnehin regelmäßig erneuert – nachgefüllt wird immer frisch, nie zurückgegossen.
Nicht verwechseln: Aufbewahrung ist nicht Nachfüllen
Bei vielen nachfüllbaren Elektroden ist 3 mol/l KCl zugleich der Bezugselektrolyt – dann darf dieselbe Lösung auch nachgefüllt werden. Es gibt aber Spezialelektrolyte: gelverdickt, silberchloridgesättigt oder für besondere Medien. Fürs Nachfüllen gilt darum immer die Herstellerangabe auf Elektrode oder Datenblatt. Die äußere Aufbewahrung ist unkritischer – dort macht 3 mol/l KCl bei praktisch jeder Glaselektrode alles richtig.
So kommt die Lösung an die Elektrode
Für die Lagerung genügt wenig: die Schutzkappe zu einem Drittel füllen oder einen getränkten Wattebausch einlegen, Elektrode einstecken – Membran und Diaphragma müssen benetzt sein. Im Laborbetrieb steht die Elektrode senkrecht im gefüllten Köcher. Nach jeder Reinigung und vor der Kalibrierung ausgetrockneter Elektroden ist die Lösung zusätzlich das Wässerungsbad der Wahl.