pH-Elektrode richtig lagern
Feucht, frostfrei, in KCl-Lösung: Wie Ihre Elektrode Messpausen, Winter und Transport unbeschadet übersteht – und was zu tun ist, wenn sie doch ausgetrocknet ist.
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Die Grundregel: feucht, aber richtig feucht
Eine pH-Elektrode wird nass geboren und sollte nass bleiben – ihre Glasmembran funktioniert nur mit intakter Quellschicht, und das Diaphragma nur mit leitfähiger Verbindung. Das ideale Lagermedium ist eine Aufbewahrungslösung aus 3-molarer Kaliumchloridlösung (KCl), eingefüllt in die Schutzkappe oder ein kleines Gefäß, in dem die Membran eintaucht.
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Der klassische Irrtum: Destilliertes Wasser wirkt sauber und harmlos – ist für die Lagerung aber Gift. Es enthält keine Ionen und zieht deshalb Ionen aus Glasmembran und Bezugselektrolyt heraus. Die Elektrode laugt regelrecht aus und altert im Wasserglas schneller als im Einsatz. Kurz abspülen: ja. Darin lagern: nie.
Kurzfristig: zwischen den Messungen
Über Stunden oder wenige Tage genügt die Schutzkappe mit etwas KCl-Lösung. Wer im Labor täglich misst, stellt die Elektrode senkrecht in ein Gefäß mit Aufbewahrungslösung – griffbereit und geschützt. Notlösung für einen Tag, wenn keine KCl-Lösung zur Hand ist: Pufferlösung pH 4 oder Leitungswasser. Beides ist besser als trocken oder destilliert.
Längerfristig: Wochen bis Monate
- Schutzkappe mit frischer KCl-Lösung füllen und dicht aufsetzen; bei Bedarf mit etwas Folie gegen Verdunstung sichern.
- Senkrecht lagern, Membran nach unten – so bleibt sie sicher benetzt.
- Kühl, aber frostfrei (ideal 5–25 °C). Gefrierender Elektrolyt sprengt die Membran.
- Bei nachfüllbaren Elektroden die Nachfüllöffnung schließen und den Füllstand vor der Einlagerung auffüllen.
- Alle paar Monate kontrollieren, ob die Kappe noch feucht ist.
Sonderfall Pool: die Einwinterung
Der häufigste Elektrodentod im Poolbereich passiert im Winter: Die Elektrode bleibt in der leeren Messzelle, trocknet aus oder friert ein. Richtig geht es so: im Herbst ausbauen, reinigen, Schutzkappe mit KCl-Lösung aufsetzen und frostfrei im Haus lagern. Im Frühjahr wässern, kalibrieren – und die Saison kann starten. Details für Poolbesitzer stehen auf der Pool-Seite.
Ausgetrocknet – was nun?
Eine trocken gefallene Elektrode ist nicht automatisch verloren. Rettungsversuch: 24 Stunden in KCl-Lösung wässern (alternativ einige Stunden in Puffer pH 4), anschließend kalibrieren und die Steilheit prüfen. Liegt sie wieder über 95 %, hat die Elektrode es überstanden. Bleibt sie deutlich darunter oder reagiert träge, ist die Quellschicht dauerhaft geschädigt – dann hilft nur der Austausch. Eine Ausnahme gibt es übrigens: ISFET-Elektroden dürfen als einzige Bauart trocken gelagert werden.
Transport
Für den Transport gilt dasselbe wie für die Lagerung: Schutzkappe mit Lösung, senkrecht oder gut gepolstert, vor Frost und Hitze geschützt. Die Glasmembran ist der empfindlichste Punkt – ein Stoß gegen die Becherwand übersteht sie meist, der Sturz auf Fliesen selten.
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