pH-Elektrode reinigen & pflegen
Lösen statt schrubben: das passende Reinigungsmittel für jede Verschmutzung – und die Pflegeroutine, die Intensivreinigungen überflüssig macht.
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Die eine Regel über allen
Was auch immer an Ihrer Elektrode klebt: Niemals mechanisch über die Glasmembran reiben, kratzen oder scheuern. Die hauchdünne Quellschicht, die die Messung erst möglich macht, ist schneller zerstört als jeder Belag entfernt. Reinigung heißt bei pH-Elektroden immer: lösen statt schrubben.
Welche Verschmutzung, welches Mittel
| Verschmutzung | Typisch bei | Reinigungsmittel | Vorgehen |
|---|---|---|---|
| Kalk, Mineralien | Pool, hartes Wasser | verdünnte Salzsäure (ca. 0,1 mol/l) oder Essigreiniger | einige Minuten eintauchen, abspülen |
| Proteine, Eiweiß | Lebensmittel, Zellkultur, Teichwasser | Pepsin-HCl-Reinigungslösung | 1–2 Stunden eintauchen, abspülen |
| Fette, Öle | Lebensmittel, Kosmetik | lauwarmes Wasser mit mildem Spülmittel | schwenken, gründlich nachspülen |
| Algen, Biofilm | Aquarium, Teich, Dauerbetrieb | abspülen; hartnäckig: kurze Behandlung mit verdünnter Reinigungslösung | regelmäßig vorbeugen statt selten radikal |
| Sulfid-Beläge (dunkles Diaphragma) | Abwasser, anaerobe Medien | Thioharnstoff-Reinigungslösung | nach Herstellerangabe eintauchen |
Nach jeder Reinigung gilt: Elektrode mehrere Stunden in KCl-Aufbewahrungslösung wässern (die Quellschicht muss sich regenerieren) und anschließend neu kalibrieren. Eine frisch gereinigte Elektrode misst sonst zuverlässig falsch.
Das Diaphragma nicht vergessen
Mindestens so oft wie die Membran ist das Diaphragma das Problem – die kleine poröse Übergangsstelle zum Bezugssystem. Ist es zugesetzt, driften die Werte, obwohl die Membran blitzsauber ist. Bewährte Maßnahmen: in warmer KCl-Lösung (nicht über 50 °C) einige Zeit wässern; bei Schliffdiaphragmen den Schliffring lösen und unter fließendem Wasser bewegen; bei nachfüllbaren Elektroden den Elektrolyten komplett austauschen.
Was Sie Ihrer Elektrode niemals antun sollten
- Trockenreiben oder mit Bürsten und Scheuermitteln bearbeiten
- In aggressive organische Lösungsmittel tauchen, ohne die Beständigkeit des Schaftmaterials zu kennen
- In den Ultraschallreiniger legen – die Schwingungen können Membran und Innenaufbau beschädigen
- Über 60 °C erhitzen, um „schneller zu reinigen"
- Trocken liegen lassen – nach der Reinigung gehört sie in die Aufbewahrungslösung
Pflege als Routine
Der wirksamste Trick ist unspektakulär: direkt nach jeder Messung kurz mit destilliertem Wasser abspülen, bevor irgendetwas antrocknet. Diese fünf Sekunden ersparen die meisten Intensivreinigungen – und verlängern die Lebensdauer messbar.
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